Röntgenklein- (SAXS) und -weitwinkelanalyse (WAXS)
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Dr. Hans Kothe
Viele Polymere sind partiell-kristalline Zwei-Phasensysteme. Die Kristallbereiche haben in der Regel eine flächige, "lamellare" Form. Die Lamellen - Dicke um 10nm - sind rings von amorphem Material umgeben. Sie ordnen sich zu Lamellenstapeln an, die ihrerseits kugelförmige Überstrukturen ("Sphärolithe") bilden. Die betreffende Morphologie lässt sich hervorragend durch Röntgenstreuexperimente aufklären. Die Kristallstruktur als solche und die innere Struktur der amorphen Bereiche wird durch "Weitwinkelstreuung", d.h. Streuung um mehr als 3° ermittelt, während die Lamellenstapelung eine Streuung bei Winkeln unter 3° bewirkt ("Kleinwinkelstreuung").
- Anwendungen:
- Röntgenweitwinkeluntersuchungen (mit Strichfokus: Goniometer zur präzisen eindimensionalen Streubildregistrierung)
- Identifizierung des Polymeren und seiner Kristallmodifikation
- Kristallintätsgradbestimmung
- Kristallitgrößenbestimmung
- Ermittlung innerer mechanischer Spannungen
- Röntgenweitwinkeluntersuchungen (mit Punktfokus: Bildplattenkamera zur zweidimensionalen Streubildregistrierung)
- Identifizierung des Polymeren und seiner Kristallmodifikation
- Qualitative Texturanalyse
- Röntgenkleinwinkeluntersuchungen (mit Strichfokus: Kratkykamera zur präzisen eindimensionalen Streubild-registrierung)
- Lamellenabstandsbestimmung ("Langperioden" < 50nm)
- Bestimmung von Größe (< 70nm) und Größenverteilung von Kolloiden, Suspensionen oder (partiell-kristallinen) Gefügen
- Röntgenkleinwinkeluntersuchungen (mit Punktfokus: Lochblendenkamera zur zweidimensionalen Streubildregistrierung)
- Lamellenabstandsbestimmung ("Langperioden" < 50nm)
- Qualitative Analyse der übermolekularen Textur
- Röntgenweitwinkeluntersuchungen (mit Strichfokus: Goniometer zur präzisen eindimensionalen Streubildregistrierung)


